Ronsdorf im Wandel der Zeiten : 1800 - 1899

 

 

Zeittafel für Wuppertal-Ronsdorf

(einschl. Blombach, Heidt, Konradswüste, Linde)

 

 

Stand: 30.05.2001

 

 

 

 

08.04.1800

(WRO). Johann Peter Friedrich Birker wird auf Sporkert geboren und erfindet später die Kartenschlagmaschine.

 

1801

(WRO). Auf dem ‘lutherischen Berg’ wird eine neue lutherische Schule in Betrieb genommen, mit deren Bau 1800 begonnen worden war. Sie ersetzt die alte Schule an der Lüttringhauser Straße.

 

1804

(WRO). Bau der Landstraße Unterbarmen - Ronsdorf.

 

1804

(WRO). Zwei Postlinien berühren Ronsdorf: die Linie von Elberfeld über Wermelskirchen nach Köln und die Linie von Elberfeld über Lennep und Olpe nach Siegen.

 

1808

(WRO). Die Honschaft Holthausen erhält die Konzession für drei Markt am ersten Wochenende im Juli zugesprochen. Hauptzweck der „Holthauser Bienenkirmes“ ist der Handel mit Bienenstöcken. Ab 1949 wird daraus die „Holthauser Sängerkirmes“, getragen vom Gesangverein Eintracht 1849.

 

1812

(WRO). Durch die französische Herichtsverfassung werden die Hofesgerichte Barmen, Elberfeld, Wichlinghausen u.a. aufgehoben. „Friedensgerichte“ werden eingeführt. Das Friedensgericht in Ronsdorf ist für Remscheid, Cronenberg, Lüttringhausen und Beyenburg zuständig.

 

1812

(WRO). Die Familie Arrenberg stellt einen „reitenden Postboten“.

 

1813

(WRO). Unter Parteinahme für die heranziehenden Russen und gegen neue Konskriptionen erheben sich von Ronsdorf ausgehend die sogenannten „Klöppelrussen“. Sie erstürmen das Rathaus und ziehen dann nach Elberfeld und Barmen. Düsseldorfer Kavallerie zerstreut sie.

 

1814

(WRO). Einrichtung einer offiziellen Postspedition in Ronsdorf.

 

Um 1816

(WRO). Das Postamt Elberfeld, dem auch die Stadt Ronsdorf zugeordnet ist, untersteht dem Generalpostamt in Berlin.

 

Um 1816

(WRO). Ronsdorf kommt zum Kreis Lennep.

 

1824

(WRO). Nachdem die katholische Gemeinde nur über eine kleine Holzkapelle verfügt hatte, kann die erste katholische Kirche eingeweiht werden.

 

1824

(WRO). Turm der lutherischen Kirche mit spitzem Helm fertiggestellt und zwei Glocken angeschafft (Erwerb am 09.04.1824 in Soest).

 

1824

(WRO). Die Evangelisch-Reformierte Gemeinde eröffnet ihren Friedhof an der Staubenthaler Straße.

 

1826

(WRO). Die Regierung in Düsseldorf verfügt die Einrichtung einer Schule auf dem Hammesberg, um den Kindern den weiten Weg zur Linde zu ersparen. Dazu werden von der Stadt Ronsdorf Räume angemietet und Lehrer Zott aus Herbringhausen übernimmt den Unterricht bis 1831.

 

1826

(WRO). Heinrich vom Baur wird in den Provinziallandtag gewählt.

 

1827

(WRO). Gustav Adolf Scheidt geboren.

 

1828

(WRO). Bis 1859 dauern die etappenweisen Bauarbeiten für die (alte) Schule an der Elias-Eller-Straße 48. Bauherr ist die Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde. Eine Erweiterung durch Aufstockung datiert ins Jahr 1868.

 

1829

(WRO). Der „Käshammer“ im Gelpetal besitzt drei Wasserräder, zwei davon für die Blasebälge der Schmiedefeuer. Hergestellt wird Raffinierstahl, wie vorindustrieller Edelstahl genannt wurde. Das dritte Wasserrad treibt den eigentlichen Hammer an.

 

1832

(WRO). Nachdem nach dem Weggang von Lehrer Zott 1831 die Schule Hammesberg geschlossen werden mußte, werden erneut Räume angemietet und der Unterricht wieder aufgenommen.

 

1837

(WRO). Gebietsbereinigung innerhalb der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden: Holthausen wird von Lüttringhausen nach Ronsdorf umgemeindet.

 

1838

(WRO). Die Kommunalgemeinde Ronsdorf übernimmt die lutherische Schule.

 

1840

(WRO). Die Stadt Ronsdorf übernimmt die Schule Elias-Eller-Straße 48.

 

1841

Pastor Gerhard Dürselen, Pfarrer der reformierten Kirchengemeinde, gründet eine christliche Leihbibliothek.

 

1842

(WRO). Pastor Gerhard Dürselen gründet in Ronsdorf einen Jünglingsverein, dem Vorläufer des heutigen CVJM.

 

1842

(WRO). Rathaus am Marktplatz seiner Bestimmung übergeben. Ronsdorf zählt rund 6.000 Einwohner.

 

1843

Der CVJM legt den Grundstock für eine Bücherei. Nachdem derartige Büchereien von den Nationalsozialisten verboten wurden, wird der Bestand zu einem Vereinsmitglied ausgelagert, wo die Bücher beim Luftangriff auf Ronsdorf zerstört werden.

 

1845

(WRO). Die Gesellschaft „Erholung“, ein abgegrenzter Kreis von „Honoratioren“ und den Clubs englischer Prägung ähnlich, wird von sechzehn Herren aus bekannten Ronsdorfer Familien gegründet.

 

1847

(WRO). Bau der Landstraße Ronsdorf – Remscheid

 

.05.1848

(WRO). Friedrich Wilhelm Dörpfeld (08.03.1824-27.10.1893) war der Vater des berühmten Archäologen Professor Wilhelm Dörpfeld, nach dem in Elberfeld ein Gymnasium benannt ist. Bevor Vater Friedrich Wilhelm das deutsche Schulwesen von seinem Wohnsitz in Barmen-Wupperfeld mitzuformen versuchte, weil er dort Hauptlehrer einer evangelisch-lutherischen Schule wurde, hat er doch auch in Ronsdorf Spuren hinterlassen. An der 1729/30 erbauten, einklassigen Heidter Elementarschule war Friedrich Wilhelm Dörpfeld ab Mai 1848 acht Monate tätig. Eine Gedenktafel an dem ehemaligen Schulhaus Dörpfeldstraße 28 weckt die Erinnerung: "Hier wirkte der große Pädagoge Friedrich Wilhelm Dörpfeld. Ihm zum Gedächtnis wurde diese Tafel am 26.07.1930, dem Tag der 250. Jahrfeier der Dörpfeld-Schule eingeweiht." Seinen Lebensabend verbringt Dörpfeld ab 1887 bei seiner Tochter Anna Carnap in Ronsdorf, in einem kleinen Schieferhaus an der Kampstraße, heute Friedenshort.

 

1848

(WRO). Gründung des Westdeutschen Jünglingsvereins, einem Vorläufer des Christlichen Vereins Junger (Männer) Menschen (CVJM) und des Westbundes. Erster Vorsitzender ist der junge Ronsdorfer Pastor Gerhard Dürselen.

 

1849

(WRO). Ronsdorfer Bürger beteiligen sich an den Revolutionsunruhen in Elberfeld.

 

1849

(WRO). Gründung des Männergesangvereins „Eintracht“ Ronsdorf durch acht Bürger.

 

1850

(WHE,WRO). Bau der Landstraße Heckinghausen - Ronsdorf.

 

1851

(WRO). Die bisherige Postexpedition in angemieteten Räumen wird in eine solche 1. Klasse umgewandelt. Von 1854-1879 befindet sich das Postbüro im Hause der Wirtschaft Wolf am Marktplatz.

 

06.12.1852

(WRO). Höhere Stadtschule, auch Ronsdorfer Rektoratsschule genannt, als zweiklassige städtische Anstalt im Vogelsholz eröffnet, nachdem sie lange Jahre vorher als Privatschule bestanden hatte. Ende des 20. Jahrhunderts befindet sich auf dem Grundstück eine Außenstelle des Gymnasiums Siegesstraße.

 

1852

(WRO). Gründung des Beerdigungsinstitutes Griese.

 

1853

(WRO). Erster öffentlicher Auftritt des Männergesangvereins „Eintracht“ in Barmen.

 

1855

(WRO). Die reformierte Kirche zwischen Elias-Eller-Straße und Kurfürstenstraße wird zwischen 1855 und 1858 nach den Plänen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner errichtet. Die Sandsteinquader zeigen durch Umwelteinflüsse an manchen Stellen Absplitterungen und Sanierungsbedarf. Der Innenraum ist als dreischiffige kreuzgratgewölbte Halle ausgebildet. Das Mittelschiff schließt mit hoher halbkreisförmiger Nische ab, in die der Kanzel-Altar eingebaut ist. In einem Nebenraum betreut der Historische Arbeitskreis der Gemeinde ein wertvolles Archiv. Der Turm mit dem spitzen Helm, Kreuz und Hahn wird von vier zierlichen Ecktürmchen auf dem Kirchenbau flankiert.

 

1855

(WRO). Die Witwe Anton Weber vermacht der lutherischen Kirchengemeinde 2.054 Reichtaler zum Bau eines Krankenhauses.

 

1857

(WRO). Bau der Landstraße Elberfeld - Ronsdorf.

 

1858

(WRO). Die 1795 gegründete Branntwein-Brennerei Benninghoven, Rosenthal und Halbach wird formell aufgelöst. Johann Elias Benninghoven führt die bisherige Brennerei weiter, während die beiden anderen Teilhaber im Boekel eine neue Brennerei unter dem Namen Halbach & Co. oder Rosenthal & Halbach gründen. Rosenthal und Halbach trennen sich. Rosenthal zieht zur Remscheider Straße und Halbach betreibt die ursprüngliche Brennerei weiter.

 

05.05.1858

(WRO). Einweihung der Evangelisch-Reformierten Kirche.

 

1859

(WRO). Aus dem Pickardskotten entsteht die Werkzeugfabrik und Gesenkschmiede Carl Döhl Söhne. Die Liste nennt die Webereien Hermann Nolzen und August Hoppe als Nutzer der Wasserkraft des Leyerbaches, außerdem wird ein Brauhaus, später mit Eiswerk, in der Remscheider Straße 59 erwähnt, die Ende des 19. Jahrhunderts von Fritz Zeitz im Gebäudekomplex an der „Hütte“ gegründet wurde. Später ist das Brauhaus von der Elberfelder Gesenberg-Brauerei übernommen worden, die den Zweigbetrieb nur als Niederlage betrieb.

 

11.07.1860

(WRO). Gründung der Turngemeinde zu Ronsdorf, die sich später Deutsche Turnerschaft Ronsdorf 1860 nennt, im Lokal Abraham Mesenholl (später Meister). In Coburg findet im gleichen Jahr das erste deutsche Turnfest statt.

 

16.07.1860

(WRO). Erstes Turnfest der Turngemeinde zu Ronsdorf.

 

24.07.1860

(WRO). Gustav Adolf Scheidt, späterer Stifter einer Turnhalle und eines Sportplatzes, wird Ehrenmitglied der Turngemeinde zu Ronsdorf.

 

14.08.1861

(WRO). Erstes Schauturnen der Turngemeinde zu Ronsdorf.

 

1863

(WRO). Gebietsbereinigung innerhalb der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden: der Bökel wird von Lüttringhausen nach Ronsdorf umgemeindet.

 

1864

(WRO). In der zu Ronsdorf gehörenden Schule Hammesberg werden 130 Kinder unterrichtet, ein Neubau ist unumgänglich.

 

22.05.1864

(WRO). Berühmte „Ronsdorfer Rede“ von Ferdinand Lassalle (+1864) auf dem ersten Stiftungsfest des Allgemeinen Deutschen Arbeiter Vereins.

 

1867

(WRO). Die Freiwillige Feuerwehr Ronsdorfs wird gegründet. Erst ab 1892 konnte am und im Steigerturm geübt werden.

 

1867

(WRO). Auf Erbschlö gibt es zwei Gastwirtschaften, die von Albert Matthey und Julius Obernyer (später Erbschlöer Hof) betrieben werden.

 

01.09.1868

(WOB,WRO). Eröffnung der Eisenbahnstrecke Rittershausen (Oberbarmen) - Ronsdorf - Lennep - Remscheid. Am Staatsbahnhof Ronsdorf wird eine Posthalterei eingerichtet, die den Verkehr zwischen Postexpedition und Bahnhof sicherstellt. Das Kottsiepener Tal endete einst hinter dem Bahnhofsgelände, doch für den Bau der Eisenbahn wurde der obere Teil des Tales zwischen Nibelungenstraße und Lüttringhauser Straße (früher Blaffertsberger Straße) als Müllkippe genutzt und zugeschüttet.

 

1869

(WRO). Gründung des Ronsdorfer Verschönerungsvereins.

 

1869

(WRO). Der Kleinschmied Eduard Bremer eröffnet eine Werkzeugfabrik, doch erst 1892 wird das Unternehmen amtlich eingetragen.

 

1872

(WRO). An der heutigen Bundesstraße 51 erwirbt die Stadt Ronsdorf ein Grundstück für den Bau einer Schule für den Bezirk Blombacherbach und Hammesberg. Wenig später muss auch die Schule Laaken vergrößert werden.

 

1872

(WRO). Beim Schützenfest wird der Ronsdorfer Schützengesellschaft anläßlich ihres 125. Geburtstages von Kaiser Wilhelm II. eine Fahne verliehen.

 

1873

(WRO). Gründung des Männerchores „Union“ durch neun junge Männer von Erbschlö. Der Schreinergeselle Fritz Steinberg übernimmt die musikalische Leitung.

 

1873

(WRO). Baubeginn für das Ronsdorfer Krankenhaus. Fertigstellung 1875.

 

1874

(WRO). Gründung der Bandfabrik Carl Reinshagen und Heinrich Hüttenhoff, Vorgängerin der Kabelwerke Reinshagen, später Draka.

 

1874

(WRO). Fertigstellung der evangelischen Volksschule Holthauser Straße, die später in eine katholische Grundschule umgewandelt wird.

 

1875

(WRO). Große Gebietsbereinigung innerhalb der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden: Scharpenacken, Conradswüste, Hammesberg, Erbschlö, Schmalenhof, Schirpkotten, Lohsiepen, Schmittenberg, Käshammer, Hofschaft Heidt, Stall, Rädchen, Echo, Hütte werden vom Kirchspiel Lüttringhausen nach Ronsdorf umgemeindet.

 

01.11.1875

(WRO). Fertigstellung und Einweihung des Ronsdorfer Krankenhauses. Es bietet Platz für zehn Kranke und sechs alte Menschen.

 

1876

(WRO). Die Ronsdorfer Stadtverordneten beschließen eine Umorganisation des Schulwesens.

 

1876

(WRO). Eröffnung der Schule Holthauser Straße.

 

1876

(WRO). Gründung der Bandfabrik Holthaus nachm. Heinrich Nierhaus.

 

1876

(WRO). Engelbert Wüster geboren. Er geht später als bekannter Heimtschriftsteller in die Ronsdorfer Geschichte ein. Gestorben 1894.

 

1879

(WRO). Der immer größer werdende Postbetrieb macht die Anmietung größerer Räume nötig, die Postmeister Schubert im Hause des Kaufmannes Julius Faßbender am Markt findet.

 

1881

(WRO). Am Kratzkopf wird ein Steigerturm für die Übungen der Freiwilligen Feuerwehr errichtet, der aber schon 1892 an der Talsperrenstraße einen Nachfolger bekam.

 

1882

(WRO). Fertigstellung des Neubaus der Schule Kratzkopfstraße.

 

1883

(WRO). Gründung des Evangelischen Männerchores.

 

1885

(WRO). Eine von Bürgern gegründete Aktiengesellschaft errichtet eine Badeanstalt mit Schwimmhalle, die 1892 von der Stadt gekauft wird.

 

1885

(WRO). Gründung der Mützenfabrik Peter Küpper („Codeba“) in der Krim; später größte Beamten-Mützenfabrik und Hauptlieferant für Armee- und Staatsbehörden.

 

25.08.1886

(WRO). Gründung des Ronsdorfer Turnerbundes durch Trennung von der Turngemeinde.

 

1887

(WRO). Der Gesangverein „Eintracht“ feiert im großen Saal des Ronsdorfer Ratskeller sein 38jähriges Stiftungsfest.

 

08.06.1887

(WRO). Grundsteinlegung für erste Ronsdorfer Turnhalle.

 

23.07.1887

(WRO). Der Ronsdorfer Pastor Gerhard Dürselen (geboren am 11. August1808) in Elberfeld gestorben. Das Gemeindehaus der reformierten Gemeinde an der Bandwirker-/Kniprodestraße ist nach ihm benannt.

 

1887

(WRO). Friedrich Wilhelm Dörpfeld (08.03.1824-27.10.1893) kehrt nach seiner aktiven Lehrerzeit in Barmen-Wupperfeld nach Ronsdorf zurück. Seinen Lebensabend verbringt er bei seiner Tochter Anna Carnap, in einem kleinen Schieferhaus an der Kampstraße, heute Friedenshort.

 

1888

(WRO). Ronsdorfer Turner beantragen beim Stadtverordnetenkollegium den Bau einer Turnhalle.

 

1888

(WRO). Volksschule Echoer Straße ihrer Bestimmung übergeben.

 

1888

(WRO). Reinhard Luckhaus eröffnet eine Bäckerei.

 

1890

Eröffnung der Eisenbahnstrecke Rittershausen (Oberbarmen) - Radevormwald.

 

1890

(WRO). Errichtung des „Zwei-Kaiser-Denkmales“ zur Erinnerung an Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) und Friedrich III. (1831-1888) auf dem Rathausvorplatz.

 

1890

(WRO). Johannes Sebulon Carnap errichtet an der Waldstraße (heute In der Krim) ein Haus, das später als Villa Carnap bekannt wird und in dem sein berühmter Sohn, der Philosoph und Mathematiker Rudolf Carnap 1891 das Licht der Welt erblickt. Auch Bürgermeister Otto Kreitz wohnt in diesem Ronsdorfer Schmuckstück.

 

1891

(WRO). Dampflokomotiven ziehen bis 1903 Personenwagen der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn durch das Morsbachtal.

 

18.05.1891

(WRO). Der Philosoph und Mathematiker Rudolf Carnap erblickt das Licht der Welt im vom Vater Johannes Sebulon Carnap errichteten Haus an der Waldstraße (heute In der Krim 42), das später als Villa Carnap bekannt wird.

 

1892

(WRO). Der viergeschossige Feuerwehrturm wird 1892 auf dem Sockel eines quadratischen und verputzten Erdgeschoßmauerwerks mit mittigem Eingang, seitlichen schmalen Fenstern, gemauerten und verfugten Eckpilastern errichtet. Darauf sitzen drei Obergeschosse in verbretterter, nach oben hin sich verjüngender Fachwerkkonstruktion mit schieferimitierender Zinkblechverkleidung an der Süd-Ost- und Süd-West-Fassade und je zwei straßenseitigen Fensteraussparungen in den Geschossen in verriegelter Bretterkonstruktion, dazu Flachdach, Ausstieg und seitlich weit vorkragende Traufgesimse. Der Grundriß hat eine äußere Breite von 4,56 Meter, innen 4,18 Meter. Vorne ragt der Turm etwa 15 Meter auf, hinten rund 16 Meter. Zwischen 1978 und 1982 ist der Turm generalüberholt worden, weil durch eintretendes Regenwasser die Fäulnis immer weiter fortgeschritten war. Für den Übungsbetrieb blieb der Turm gesperrt, doch hegen die Feuerwehrleute noch immer den Wunsch, ihn wieder für Leiterübungen benutzen zu dürfen. Der "Steigerturm" repräsentiert nach Ansicht der Unteren Denkmalbehörde, die den Turm 1992 unter Schutz stellte, einen Turm-Typus, wie er im Rheinland in immer geringerer Zahl anzutreffen ist und nicht nur technischen Zwecken dient(e). Er belegt augenfällig die Entwicklung die Entwicklung des städtischen Feuerrettungs- und Brandschutzwesens mit Handdruckspritzen seit dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts und ist ein wichtiges Beispiel für die Bergische Fachwerkbauweise der Zeit. Der Feuerwehrturm gilt als unverzichtbarer Bestandteil der historischen Bausubstanz in Ronsdorf und ist ein Zeugnis für die Geschichte des Ortes.

 

1892

(WRO). Angliederung einer Seuchenbaracke an das Krankenhaus an der Staubenthaler Straße.

 

1892

(WRO). Die Witwe des Ehrenbürgers Gustav Adolf Scheidt stiftet 20.000 Mark zur Verbesserung des Krankenhauses. Damit wird eine elektrische Beleuchtung angeschafft.

 

1892

(WRO). Die von Bürgern gegründete Aktiengesellschaft verkauft die 1885 errichtete Badeanstalt mit Schwimmhalle an die Stadt Ronsdorf.

 

1892

(WRO). Gründung des Bergischen Turnvereins Ronsdorf-Graben.

 

01.01.1892

(WRO). Carl Trimpop gründet eine Kohlenhandlung in der Innenstadt. Er schließt mit der Deutschen Reichsbahn einen Rollfuhrvertrag für Stück- und Expressgut für den Bahnhof Ronsdorf ab. Das Büro befindet sich in einem Schieferhaus an der Lüttringhauser Straße 9.

 

12.08.1893

(WRO). Eröffnung des kaiserlichen Postamtes an der Lüttringhauser Straße. Bauunternehmer war der Ronsdorfer H. Ernst Lange.

 

1894

(WRO). Engelbert Wüster (geboren 1876), bekannter Heimtschriftsteller, gestorben.

 

1894

(WRO). Schon 21 % aller in Ronsdorf stehenden Bandstühle werden mechanisch angetrieben. Als 1899 die Elektrizität als neue Energiequelle Wirklichkeit wird, nimmt die Entwicklung der Hausbandwirkerei deutlich an Tempo zu. 1900 wirken 216 Elektromotoren von 248 Motoren in der Bandindustrie.

 

25.05.1896

(WRO). Bürgermeister Müller gestorben.

 

08.06.1896

(WRO). Grundsteinlegung zum Bau einer Turnhalle an der Hochstraße (später Scheidtstraße).

 

1897

(WRO). Nach einem Brand an der Linde gründen achtzehn Männer der Ortschaft Erbschlö eine Freiwillige Feuerwehr. Erster Einheitsführer ist August Matthey.

 

15.&16.05.1897

(WRO). Einweihung der ersten Ronsdorfer Turnhalle und des Spielplatzes auf dem ehemaligen Feld von Johann Elias Monhof an der Hochstraße (später an Gustav Adolf Scheidt (1827-1908) erinnernde Scheidtstraße) durch die Stiftung Scheidt. Die Turngemeinde und spätere Deutsche Turnerschaft 1860 findet ein Domizil.

 

1898

(WRO). Die Katholische Kirchengemeinde baut eine Schule im Eschensiepen.

 

23.09.1898

(WRO). Gründung der Freien Evangelischen Gemeinde Ronsdorf, nachdem sich Frauen und Männer bereits in den 1870er Jahren zum Bibellesen und Beten auf einem kleinen Bauernhof in Hülsberg getroffen hatten.

 

1899

(WRO). Gründung der Freiwilligen Sanitätskolonne Ronsdorf, die nach Lennep orientiert ist und zur Kernzelle des späteren DRK-Bereitschaft Ronsdorf wird.

 

1899

(WRO). Gründung des Ronsdorfer Bauvereins.

 

1899

(WRO). Vermutlich auf dem Gelände der vormaligen Färberei (Arnold) Dicke auf der Sandershöhe, an der unteren Erbschlöer Straße gelegen, errichtet August Klüppelberg einen Färbereibetrieb. Der Boden gehört Carl Reinshagen sen. (1845-1914), der mit der Tochter von Arnold Dicke verheiratet ist.

 

.12.1899

(WRO). Eröffnung einer Volksbibliothek in Ronsdorf.

 

1899

(WRO). Die lutherische Gemeinde wählt Carl Isenbürger zu ihrem Pfarrer.

 

01.04.1899

(WRO). Die Ronsdorfer Talsperre im oberen Saalbachtal wird als zweite deutsche Trinkwassertalsperre mit einem Fassungsvermögen von 300.000 Kubikmeter in Betrieb genommen. Betrieb bis 1956.

 

01.04.1899

(WRO). Das Elektrizitätswerk nimmt seinen Betrieb auf.

 

17.05.1899

(WRO). Preußische Bandwirkerfachschule an der Remscheider Straße eröffnet. Bis 1914 werden 675 Schülerin Werkführer- und Meisterkursen ausgebildet.

 

07.08.1899

(WRO). Mit einem Aufruf zur Gründung einer „Freiwilligen Sanitätskolonie vom Deutschen Roten Kreuz Ronsdorf“ in der Volkszeitung beginnt die Geschichte des Ronsdorfer DRK. Mit 19 Mitgliedern beginnt am 02.10.1899 Ausbildung und Arbeit.